
Selbstwert, -vertrauen, und -bewusstsein
Während jemand über ein ausgeprägtes Selbstvertrauen verfügt, hat er nicht automatisch auch einen starken Selbstwert oder eine gesunde Selbstwahrnehmung....
Die Wörter werden oft als Synonyme füreinander verwendet. Doch sie haben unterschiedliche Bedeutungen. Selbstsicherheit und Selbstbild sind weitere Begriffe, die sich beim Thema Selbstvertrauen gerne einschleichen....
Aber alles der Reihe nach:
Selbstvertrauen: Ich vertraue mir selbst... ich traue mir etwas zu. (Selbst-) Vertrauen ist nötig, um etwas zu tun, zu erreichen oder zu lassen.
Selbstwert: Ich weiss, was ich wert bin. Oder DASS ich wertvoll bin. Ganz abgesehen von dem was ich mache und leiste. Allein mit meinem Sein.
Selbstbewusstsein: Ich bin mir selbst bewusst. Ich weiss, wer ich bin, was ich kann und wo meine Grenzen liegen. Ein gutes Selbstbewusstsein geht oft einher mit einer guten Selbsteinschätzung. Was kann ich mir zumuten?
Selbstbild: Könnte man vielleicht am ehesten dem Selbstbewusstsein zuordnen. Wenn ich ein realistisches Selbstbild habe, dann nehme ich mich selbst richtig wahr, weiss wer ich bin (Selbstwert) und traue mir etwas zu (Selbstvertrauen).
Selbstsicherheit würde ich als Überbegriff verwenden, wenn alle drei bzw. vier Begriffe gegeben sind:
Eine selbstsichere Person, weiss dass sie wertvoll ist, so oder so, allein mit ihrem Sein. Sie ist sich ihrer selbst bewusst, kennt ihr Können und ihre Grenzen. Daraus zieht sie ihr Selbstvertrauen, Dinge anzugehen oder zu lassen, egal was andere sagen.
Um das nich all zu theoretisch aussehen zu lassen, mache ich ein persönliches Beispiel:
Ich hatte mir vorgenommen, Profikletterin zu werden. Das Selbstvertrauen dazu hatte ich. Mein Selbstwert (was ich eben als Mensch wert bin) hat sich aber sehr von meiner Leistung abhängig gemacht. Es war für mich während meiner Kletterkarriere immer wieder nötig, meine Identität und meinen Wert als Mensch, nicht von Erfolg oder Niederlage abhängig zu machen. Mein Selbstwert war also schwächer als mein Selbstvertrauen. Ich hatte das Selbstvertrauen, den Weg zu gehen. Mein Selbstwert definierte sich aber oft über meine sportlichen Resultate. Es war eine Gratwanderung meine sportliche Identität auszuleben und gleichzeitig immer wieder meine Identität als Mensch zu würdigen. Mir bewusst zu machen, dass ich Nichts leisten muss, um wertvoll zu sein. Mein Selbstbewusstsein war in dieser Hinsicht nicht immer gleich wach oder ausgeprägt. Sich selbst bewusst sein, was gerade abgeht, im Aussen und im Innen, bedarf einer gewissen Achtsamkeit. Diese geht im Alltag und im Spitzensport, gerne unter. Wenn mein Selbstbewusstsein wach und aktiv ist, weiss ich nämlich, was ich gerade brauche. Im Tun verdrängen wir das gerne. Deshalb sind wir oft so geschäftig. Weil unsere Bedürfnisse nicht immer Platz haben. Zumindest funktionieren wir so. Weil wir es so gelernt haben.
Optimalerweise kann eine Person einen stabilen Selbstwert aufbauen, der ihr Halt und Stabilität in seiner Existenz als Mensch gibt. Darüberhinaus kann sie ein realistisches Selbstbewusstsein entwickeln, das ihr ein Gefühl dafür gibt, wo die eigenen Stärken, Schwächen, Möglichkeiten und Grenzen liegen. Daraus heraus kann in der Regel ein gesundes Selbstvertrauen wachsen, welches schliesslich Ziele, Träume Grenzverschiebungen oder Veränderungen möglich machen. Aber trotzdem, man bleibt Mensch. Falsche Einschätzungen, Fehlentscheidungen oder eine verzerrte Wahrnehmung sind menschlich. Und Menschen sind nun mal unperfekt. Wer beim Scheitern in einer SACHE, nur sein Handeln, nicht aber sich als PERSON in Frage stellt, hat vermutlich einen gesunden und stabilen Selbstwert. Das ist gar nicht so einfach und gelingt, so lange wir Mensch sind, wohl kaum ausnahmslos. Aber man kann daran arbeiten.
- Barbara Büschlen, Mentaltrainerin & Mentalcoach in Thun.
Januar 2026
Die Wörter werden oft als Synonyme füreinander verwendet. Doch sie haben unterschiedliche Bedeutungen. Selbstsicherheit und Selbstbild sind weitere Begriffe, die sich beim Thema Selbstvertrauen gerne einschleichen....
Aber alles der Reihe nach:
Selbstvertrauen: Ich vertraue mir selbst... ich traue mir etwas zu. (Selbst-) Vertrauen ist nötig, um etwas zu tun, zu erreichen oder zu lassen.
Selbstwert: Ich weiss, was ich wert bin. Oder DASS ich wertvoll bin. Ganz abgesehen von dem was ich mache und leiste. Allein mit meinem Sein.
Selbstbewusstsein: Ich bin mir selbst bewusst. Ich weiss, wer ich bin, was ich kann und wo meine Grenzen liegen. Ein gutes Selbstbewusstsein geht oft einher mit einer guten Selbsteinschätzung. Was kann ich mir zumuten?
Selbstbild: Könnte man vielleicht am ehesten dem Selbstbewusstsein zuordnen. Wenn ich ein realistisches Selbstbild habe, dann nehme ich mich selbst richtig wahr, weiss wer ich bin (Selbstwert) und traue mir etwas zu (Selbstvertrauen).
Selbstsicherheit würde ich als Überbegriff verwenden, wenn alle drei bzw. vier Begriffe gegeben sind:
Eine selbstsichere Person, weiss dass sie wertvoll ist, so oder so, allein mit ihrem Sein. Sie ist sich ihrer selbst bewusst, kennt ihr Können und ihre Grenzen. Daraus zieht sie ihr Selbstvertrauen, Dinge anzugehen oder zu lassen, egal was andere sagen.
Um das nich all zu theoretisch aussehen zu lassen, mache ich ein persönliches Beispiel:
Ich hatte mir vorgenommen, Profikletterin zu werden. Das Selbstvertrauen dazu hatte ich. Mein Selbstwert (was ich eben als Mensch wert bin) hat sich aber sehr von meiner Leistung abhängig gemacht. Es war für mich während meiner Kletterkarriere immer wieder nötig, meine Identität und meinen Wert als Mensch, nicht von Erfolg oder Niederlage abhängig zu machen. Mein Selbstwert war also schwächer als mein Selbstvertrauen. Ich hatte das Selbstvertrauen, den Weg zu gehen. Mein Selbstwert definierte sich aber oft über meine sportlichen Resultate. Es war eine Gratwanderung meine sportliche Identität auszuleben und gleichzeitig immer wieder meine Identität als Mensch zu würdigen. Mir bewusst zu machen, dass ich Nichts leisten muss, um wertvoll zu sein. Mein Selbstbewusstsein war in dieser Hinsicht nicht immer gleich wach oder ausgeprägt. Sich selbst bewusst sein, was gerade abgeht, im Aussen und im Innen, bedarf einer gewissen Achtsamkeit. Diese geht im Alltag und im Spitzensport, gerne unter. Wenn mein Selbstbewusstsein wach und aktiv ist, weiss ich nämlich, was ich gerade brauche. Im Tun verdrängen wir das gerne. Deshalb sind wir oft so geschäftig. Weil unsere Bedürfnisse nicht immer Platz haben. Zumindest funktionieren wir so. Weil wir es so gelernt haben.
Optimalerweise kann eine Person einen stabilen Selbstwert aufbauen, der ihr Halt und Stabilität in seiner Existenz als Mensch gibt. Darüberhinaus kann sie ein realistisches Selbstbewusstsein entwickeln, das ihr ein Gefühl dafür gibt, wo die eigenen Stärken, Schwächen, Möglichkeiten und Grenzen liegen. Daraus heraus kann in der Regel ein gesundes Selbstvertrauen wachsen, welches schliesslich Ziele, Träume Grenzverschiebungen oder Veränderungen möglich machen. Aber trotzdem, man bleibt Mensch. Falsche Einschätzungen, Fehlentscheidungen oder eine verzerrte Wahrnehmung sind menschlich. Und Menschen sind nun mal unperfekt. Wer beim Scheitern in einer SACHE, nur sein Handeln, nicht aber sich als PERSON in Frage stellt, hat vermutlich einen gesunden und stabilen Selbstwert. Das ist gar nicht so einfach und gelingt, so lange wir Mensch sind, wohl kaum ausnahmslos. Aber man kann daran arbeiten.
- Barbara Büschlen, Mentaltrainerin & Mentalcoach in Thun.
Januar 2026